Bauherrschaft Kanton Waadt, vertreten durch COPIL des Constructions Universitaires
Architektur FHV Architectes
Baumanagement Pragma Partenaires
Planungszeit 2015-2019
Realisierungszeit 2019-2027
Status Im Bau

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Die 1983 in Betrieb genommene Universitätsbibliothek “Unithèque” ist eines der vier Gebäude des Lausanner Campus Dorigny, entworfen von Guido Cocchi. Mit dem starken Wachstum der Studierendenzahl wurde eine Erweiterung erforderlich. Gleichzeitig werden verschiedene Archivräume am Standort zusammengeführt.

Das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Projekt entwickelt den Bestandsbau weiter und gliedert sich in Bestand und Erweiterung. Diese ergänzt das Gebäude um drei unterirdische Ebenen und übernimmt zentrale Prinzipien wie die radiale Grundrissform, die Einbindung in die Topografie sowie die Betonbauweise. Daraus entsteht eine zusammenhängende bauliche Einheit, die Alt und Neu präzise verbindet.

Im Bestand erfolgen gezielte Eingriffe in Tragstruktur und Erschliessung. Die Erweiterung schliesst direkt an und organisiert die neuen Flächen sowie die Archivbereiche innerhalb einer eng auf den Bestand abgestimmten Struktur. Die baulichen Eingriffe erfolgen etappenweise, sodass der Betrieb der Bibliothek und die Zugänglichkeit der Archive während der gesamten Bauzeit gewährleistet bleiben.

Das Tragwerk der Erweiterung wird durch eine grossformatige Dachkonstruktion bestimmt. Sie überspannt den Lesesaal über 34 Meter stützenfrei und besteht aus 40 radial angeordneten, vor Ort hergestellten Betonträgern. Die gefächerte Struktur führt die Geometrie des Grundrisses weiter und lenkt Tageslicht gleichmässig in den Innenraum. Die statische Leistungsfähigkeit ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Bauhöhe, Vorspannung und reduziertem Bewehrungsgehalt.

Die Träger lagern auf einem umlaufenden Randträger aus Ortbeton, der sowohl vertikale wie horizontale Kräfte aufnimmt. Daran angehängt ist die fugenlos ausgebildete Sichtbetonfassade, die über bewegliche Anschlüsse und Gleitlager Verformungen infolge Kriechen, Schwinden und Temperatur aufnehmen kann. Die Realisierung der Dach- und Randstruktur erfolgt in zahlreichen, präzise abgestimmten Betonieretappen.

Im Anschluss an den Bestand werden die Lasten über scheibenartige Bauteile in die bestehende Tragstruktur und den Baugrund abgeleitet. Für die neue Tragstruktur werden Teile der bestehenden Rippendecken und Stützen ersetzt und die Fundation mit Stahlprofilen und Mikropfählen verstärkt. Dabei bleiben die darunterliegenden Archivräume erhalten und in Betrieb. Die Anforderungen an hohe Nutzlasten und geringe Verformungen werden konstruktiv berücksichtigt.

Nach Abschluss der Arbeiten wird sich die Erweiterung mit dem Bestand zu einer zusammenhängenden Arbeitslandschaft auf mehreren Terrassenebenen zusammenfügen. Die neue Struktur führt somit die räumliche und konstruktive Logik des ursprünglichen Gebäudes fort.

PUBLIKATIONEN

Transformation de l’Unithèque - Tracés 11/2017

FHV Architectes

Daniela & Tonatiuh

Daniela & Tonatiuh

Rasmus Norlander

Rasmus Norlander

Rasmus Norlander

Schematischer Schnitt: neu (grün), Spriessung (rot) Fundamentverstärkung Bestand (blau), Hinterfüllung Bestand (dunkelbraun). Schnetzer Puskas Ingenieure

Grundriss Geschoss P03. FHV Architectes

Tragsystem für das Dach des Erweiterungsbaus. Schnetzer Puskas Ingenieure

FHV architectes

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Bauherrschaft Kanton Waadt, vertreten durch COPIL des Constructions Universitaires
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Planungszeit 2015-2019
Realisierungszeit 2019-2027
Status Im Bau