• Projektdaten
  • Arena für einen Baum, Basel
  • Bauherrschaft
    Kulturstiftung Basel H. Geiger
  • Gestaltung
    Klaus Littmann / Schnetzer Puskas Ingenieure
  • Holzbau
    Häring AG
  • Planungszeit
    2020
  • Realisierungszeit
    2021
  • Status
    Gebaut

Mit der temporär begehbare Kunstintervention «Arena für einen Baum» auf dem Münsterplatz in Basel setzt der Kulturvermittler Klaus Littmann seine Darstellung der Idee von Max Peintner aus den frühen 1970er Jahren fort, die er 2019 mit «For Forest - Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur» in Klagenfurt begann. Als zweiteiliges Projekt der Kulturstiftung Basel H. Geiger verbindet die Arena zusammen mit der Ausstellung «Tree Connections» die Themen Natur und Kunst.

Die nach innen und aussen, optisch wie physisch durchlässige Arena bietet 50 Personen einen Sitzplatz mit Blick auf den Hauptakteur im Zentrum: der Baum. Die Gedanken zum Entwurf, zum strukturellen Aufbau und zum architektonischen Ausdruck der Arena sind geprägt durch den Baum selbst und dem Wunsch, ihn aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten zu können.

Formuliert aus einer aufgelösten transluzenten Schalenkonstruktion aus Holz wird die Arena aus seinem natürlich gewachsenen Material konzipiert. Vierzehn gekrümmte und gevoutete Brettschichtholzbinder in Fichte/ Tanne aus aufgebaut, mit 12 Millimeter dünnen, einem formaldehydfreien, mit Leimfugen verklebten Lamellen, wachsen von einem stählernen Druckring zum Himmel. An ihren Spitzen werden sie durch einen Zugring in 7 Meter Höhe zusammengehalten. Der differenzierte Anschnitt der Träger ergibt eine bewusst leicht unregelmässige Form der Schale, die einen äusseren Durchmesser von 13 Metern aufweist. Die reduzierte Einsehbarkeit wird erreicht durch hölzerne Lamellen, ähnlich einer «jalousierten» Fassade. Je zwei Binder bilden mit den dazwischen gespannten Lamellen eines der 13 aufgespannten Elemente. Letztere werden in einer Stossfuge gekoppelt und durch Zug- und Druckgurt zusammengehalten. Der 1.2 Meter hohe Druckring, der zugleich das Gegengewicht der Tribüne bildet, formt den Pflanztrog des Baumes. Aus dem Grundriss betrachtet, zeichnet der Entwurf den Schaft eines Baumes, den Stammquerschnitt mit seinem konzentrischen Jahrringverlauf. Die Sitzstufen können von oben als Jahrringe gelesen werden, welche die gebildeten Früh- und Spätholzringe im Kambium abbilden.

Die begehbare Skulptur soll die Besucher einladen, sich mit der Betrachtung des Baumes auseinander zu setzen und dient damit, im städtischen Raum die Natur neu zu erleben. Der Leitgedanke des Kunstobjekts wird somit durch eine Materialkohärenz getragen. Die aus den einheimischen Hölzern konzipierte Arena wird mit einer digitalisierten Planung und Realisierung vorgefertigt. Durch die modulartige Installation der einzelnen Elemente ist das Tragwerk auf die Anforderungen der Auf- und Abbauten sowie der Logistik abgestimmt. Ein konstruktiver Holzschutz mit einem Schutzanstrich verhilft einem guten Gebrauchsverhalten und Alterung des Holzes. Die Beleuchtung der Arena wird ebenbürtig zur Baumkrone oder etwas höher an den Spitzen der Holzbindern befestigt und bildet den sprichwörtlich krönenden Abschluss.

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