• Projektdaten
  • Titlis 3020, Engelberg, 2020
  • Bauherrschaft
    TITLIS Bergbahnen, Hotels & Gastronomie, Engelberg
  • Architektur
    Herzog & de Meuron
  • Kostenplanung / Bauleitung
    Architektur & Baumanagement, Dallenwil
  • Tragwerksplanung
    Schnetzer Puskas Ingenieure AG
  • Planungszeit
    2017-
  • Status
    In Planung

Der 3238 Meter hohe Berg Titlis ist eines der beliebtesten Wintersport- und Ausflugsziele in der Schweiz. Auch wenn die Bergstation der Seilbahn im Laufe der Zeit immer wieder an die zunehmenden Besucherströme angepasst worden ist, stösst sie an ihre Grenzen. Die Titlis Bergbahnen plant sie deshalb durch einen Neubau zu ersetzen. Des Weiteren sollen der Richtstrahlturm und der Stollen, der die Gletschergrotte mit der Aussichtsplattform am Südwandfenster verbindet, aufgewertet sowie ausgebaut werden.

Der Masterplan sieht vor, dass zuerst der etwa 200 Meter von der Bergstation entfernte PTT-Turm aus dem Jahr 1983 umgebaut wird. In die Stahlkonstruktion werden zwei rechtwinklige Fachwerkkisten kreuzweise übereinander eingeschoben, die weit über den Turm hinausragen. Im unteren entsteht ein Restaurant, im oberen eine Bar – beide mit voll verglasten Fronten. In der obersten Etage entsteht eine öffentliche Aussichtsplattform. Die zwei neuen Fachwerkkisten stellen das primäre Tragwerk dar. Hierbei wirken die Dach- bzw. Bodenträger zusammen mit den vertikalen Seitenprofilen zunächst als biegesteife Rahmen. Somit werden die vertikalen Lasten über Biegemomente in die Seitenwände abgetragen. Die Decken der Kisten werden in sich ebenfalls fachwerkartig ausgebildet, so dass sie die horizontalen Lasten als liegender Träger über Drucklager in die bestehende Konstruktion einleiten können. Die vier Fachwerktürme sind untereinander über kleinere Fachwerkscheiben biegesteif verbunden und bilden so ein sekundäres Tragwerk in der Rahmenstruktur aus. Die horizontale Steifigkeit wird durch den Anbau der vier zusätzlichen Erschliessungstürme ergänzt.

Die Bergstation wurde 1967 erbaut und verfügt über ein Restaurant mit Panoramaterrasse. Geplant ist der Rückbau der bestehenden Struktur und der Bau einer neuen modernen Anlage mit Verpflegungs- und Einkaufsangebot. Weiterhin soll auf dem Dach eine Aussichtsterrasse entstehen. Nach zahlreichen Umbauten besteht das Tragwerk der Bergstation im heutigen Zustand im Wesentlichen aus Stahlbetonkernen, Stahlstützen und Stahldecken. Die ganze Struktur ist auf dem Felsen, teilweise mithilfe von Stahlbetonfundamenten vorgespannt im Felsen, verankert. Die äussere Scheibenhülle, bestehend aus Stahlfachwerken, ist auf Stahlbetonfundamente und einer quer zu Gebäudelängsrichtung Stahlbetonscheibe abgestützt. Zwei weitere Innenscheiben aus Stahlfachwerken bilden zusammen mit einer ausgefachten Stahldecke einen steifen inneren Kasten aus. Die hybriden Decken sind mit Stahl- und Holzelementen ausgebildet. Hauptträger aus Stahl spannen zwischen der äusseren Scheibenhülle und dem inneren ausgesteiften Kasten, während sekundäre Holzträger in Querrichtung zwischen den Stahlträgern spannen. Den Abschluss bieten Deckenbeplankungen. Die vertikalen Lasten werden von den Decken mithilfe des Scheibensystems zu den bestehenden und den neuen Stahlbetonfundamenten weitergeleitet. Der horizontale Lastabtrag erfolgt von den Aussenscheiben teilweise auf die Fundamente und teilweise mithilfe von den sekundären Trägern auf den inneren ausgesteiften Kasten. Die Decken können nur Normalkräfte in der Längsrichtung der Hauptträger übertragen – sie tragen nicht als Scheiben. Das erlaubt eine einerseits freie Temperaturausdehnung der Fassade und andererseits minimale Zwängungen im Tragwerk.

Gleichzeitig zum Umbau des Richtstrahlturms wird eine einspurige Pendelbahn gebaut, die vorerst als Transportbahn für den Bau dienen wird. Dafür wird westseitig von der jetzigen Bergstation eine neue, völlig unabhängige Station entstehen.

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