| Bauherrschaft | TITLIS Bergbahnen, Hotels & Gastronomie, Engelberg |
| Architektur | Herzog & de Meuron |
| Baumanagement | Caretta Weidmann |
| Stahl-/Metallbau | H. Wetter (Subunternehmer: RUCH Metallbau) |
| Planungszeit | 2017 - 2024 (Turm) / 2017 - 2026 (Bergstation) |
| Realisierungszeit | 2023 - 2026 (Turm) / 2024 - 2029 (Bergstation) |
| Status | Gebaut (Turm), Im Bau (Bergstation) |
Der 3'020 Meter hohe Titlis gehört zu den bekanntesten Ausflugszielen der Schweiz. Die touristische Infrastruktur auf dem Gipfel ist über Jahrzehnte gewachsen und hat das Ende ihres Lebenszyklus erreicht. Mit dem Projekt TITLIS werden bis 2029 die Bergstation erneuert, der bestehende Richtstrahlturm umgenutzt und die unterirdischen Erschliessungen zwischen den Anlagen erneuert und erweitert. Das Projekt verfolgt konsequent das Ziel, bestehende Strukturen weiterzuverwenden, wo dies technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Das Projekt läuft mehrphasig bis 2029. Die neue Seilbahn TITLIS Connect wurde 2025 für die Baulogistik in Betrieb genommen und soll im Sommer 2026 für Gäste vorübergehend ein erstes Mal öffnen. Der Turm eröffnete bereits im Juni 2026, die Bergstation befindet sich im Bau und wird 2029 fertiggestellt.
Ein zentrales Element des Projekts ist die ökologische Erneuerung der Bergstation. Die bestehende Anlage verbrauchte grosse Mengen fossiler Energie und entsprach weder den betrieblichen noch den ökologischen Anforderungen der Zukunft. Der Neubau wird vollständig ohne fossile Brennstoffe betrieben und reduziert die CO₂-Emissionen gegenüber der heutigen Situation deutlich. Grossflächige Verglasungen leisten einen Beitrag zur Energiegewinnung und werden in ein umfassendes Energiekonzept eingebunden. Der Betonkern der Bergstation mit seiner Fundation bleibt erhalten und bildet die Grundlage für das neue Bauwerk. Um den Bestand entsteht eine räumlich tragende Stahl-Glas-Konstruktion, die den hohen Anforderungen der exponierten Gipfellage gerecht wird. Die Konstruktion reagiert auf grosse Schnee- und Windlasten, begrenzte Transportmöglichkeiten und anspruchsvolle Bauabläufe in hochalpiner Umgebung. Schräg angeordnete Druck- und Zugstützen leiten die Lasten effizient in den Felsen ab und ermöglichen eine materialeffiziente Tragstruktur mit hoher Flexibilität. Die Bauteile werden so geplant und vorfabriziert, dass sie mit den vorhandenen Transportmitteln auf den Berg gebracht werden können.
Der 1983 errichtete Antennenturm wurde erhalten und zu einem öffentlich zugänglichen Bauwerk umgenutzt. Statt die bestehende Stahlkonstruktion zurückzubauen, wurden ihre Tragreserven genutzt und mit gezielten Eingriffen erweitert. Für die neue öffentliche Nutzung wurden zwei geschosshohe Stahl-Fachwerkvolumen in den oberen Teil des Turms eingefügt. Diese beiden Kreuzarme beherbergen eine Uhrenboutique und ein Restaurant und kragen je rund 12 Meter aus. Vier neue aussenliegende Stahltürme wurden ergänzt. Sie tragen die zusätzlichen Lasten der neuen Nutzung und dienen zugleich als Erschliessung mit Treppen und Liften. Die industrielle Konstruktion des Bestands bleibt sichtbar und tritt als prägendes architektonisches Element in Erscheinung. Damit entsteht aus einer technischen Infrastruktur ein neuer Orientierungspunkt auf dem Gipfel. Der Sockel des Turms ist tief im Felsen fundiert und über den unterirdischen Stollen direkt und witterungsgeschützt mit der Bergstation verbunden. Auch dieser Stollen wurde im Rahmen des Projekts instandgesetzt und aufgewertet.
Die Umsetzung des Projektes stellt aussergewöhnliche Anforderungen an Planung, Logistik und Ausführung. Sämtliche Bauteile werden per Bahn oder Helikopter transportiert. Gewicht, Abmessungen und Montagereihenfolge bestimmen deshalb die Konstruktion ebenso wie die kurzen Wetterfenster und die Arbeit in über 3'000 Metern Höhe. Mit der Erneuerung von Bergstation und Turm entsteht eine langlebige Infrastruktur, die den Ort langfristig für zukünftige Generationen sichert.
Definition der strukturellen Achsen auf Basis eines Strahlenmodells
Schnetzer Puskas Ingenieure
Übersicht des 3D-Modells mit Primärtragwerk und Diagonal Stützen
Schnetzer Puskas Ingenieure
Achsenmodell der Tragstruktur (oben), Gesamtkonstruktion mit Gebäudehülle (unten)
Schnetzer Puskas Ingenieure
Strukturdiagramm des Titlis-Turms mit Stollen
Herzog & de Meuron
| Bauherrschaft | TITLIS Bergbahnen, Hotels & Gastronomie, Engelberg |
| Architektur | Herzog & de Meuron |
| Baumanagement | Caretta Weidmann |
| Stahl-/Metallbau | H. Wetter (Subunternehmer: RUCH Metallbau) |
| Planungszeit | 2017 - 2024 (Turm) / 2017 - 2026 (Bergstation) |
| Realisierungszeit | 2023 - 2026 (Turm) / 2024 - 2029 (Bergstation) |
| Status | Gebaut (Turm), Im Bau (Bergstation) |