• Projektdaten
  • Büro-und Gewerbehaus Yond, Zürich
  • Bauherrschaft
    Swiss Prime Site AG
  • Architektur
    SLIK Architekten
  • Baumanagement
    Rhomberg Bau AG
  • Landschaftsarchitektur
    Neuland ArchitekturLandschaft GmbH
  • Planungszeit
    2016-2017
  • Realisierungszeit
    2017-2019
  • Status
    Gebaut

Das Gewerbe- und Dienstleistungsgebäude YOND liegt im Westen von Zürich in Albisrieden, einem Quartier welches derzeit stark wächst. Zielsetzung der Bauherrschaft war, hier urbane und verschiedenartige Produktionsflächen zu erstellen, welche für Dienstleister attraktiv sind. Im Unterschied zu klassischen Bürobauten erlauben es die grosszügigeren Dimensionen von Gewerbehallen den Mietern, ihre Flächen in drei Dimensionen auszubauen. Das Volumen besteht daher aus einem Erdgeschoss von 4 Meter Höhe sowie drei Obergeschossen von 5.5 Meter Höhe, welche sich jeweils um ein Zwischengeschoss erweitern lassen. Die Grundrisse ermöglichen die Belegung durch einen Grossmieter oder bis zu 20 Kleinmieter pro Etage.

Eine der wesentlichen Innovationen des YOND sind die flexibel einbaubaren Zwischenböden, mit welchen die Belegung des Gebäudes sich über die Zeit ändern kann und die Mieter ihre Nutzflächen erweitern können. Die Zwischenböden werden als Holzmodulbauten erstellt und können direkt auf die hoch belastbaren Decken der Hauptgeschosse montiert werden. Um dies zu erreichen wurde eine radikal vereinfachte Konstruktion gewählt, welche ohne haustechnische Einlagen auskommt und ohne Ausbauten ein angenehmes Arbeitsumfeld schafft.

Die Tragstruktur reagiert auf die Nutzerbedürfnisse mittels eines Skelettbaus in Beton mit grossen Spannweiten, überhohen Geschossen und grosszügigen Nutzlasten. Der Stützenraster beträgt
8.4 x 8.4 Meter und wurde konsequent durchs ganze Gebäude durchgeführt. Die angenommenen Nutzlasten auf den Decken und auf dem Zwischenboden waren die massgebende Grösse für die Tragwerksbemessung. Die aussteifenden Kerne mit den Treppenhäusern und Technikschächten sowie die Hauptgeschossdecken wurden in Ortbeton konzipiert.

Die starken Decken sind schlaff bewehrt und wurden oberhalb der Stützen mit integrierten Durchstanzsicherungen versehen. Die schlaff bewehrte Betondecke ermöglicht zur Erleichterung der Kommunikation zwischen den Geschossen künftige Deckenöffnungen und Treppendurchgänge. Die Stabilisierung gegenüber horizontalen Einwirkungen durch Wind und Erdbeben erfolgt durch die Erschliessungskerne und die Windverbände in der Fassade. Die Stützen und Fundamente wurden auf eine potentielle eingeschossige Aufstockung dimensioniert.

Mit der Einsetzung eines Hohlkörpermoduls wurde eine ökologisch wirksame Technologie angewendet, die den Ausstoss an umwelttoxischen Schadstoffen um bis zu 20 Prozent und den Primärenergiebedarf um bis zu 22 Prozent reduziert. Der Einsatz von Hohlkörperdecken reduziert die Deckenmasse um ca. 18 Prozent. Neben der Einsparung der Betonmasse wurde das Erdbebenverhalten des Gebäudes begünstigt. Gleichzeitig resultierten durch die Gewichtsreduktion eine wirtschaftlichere Fundation und eine optimierte Deckenbewehrung.

Das Projekt YOND wurde von Anfang an in der Lean Construction Methode geplant. Sämtliche Planer sowie Vertreter der Bauherrschaft und von ihr bestellte Experten arbeiteten zwei Tage pro Woche in einem für das Projekt reservierten Workshop-Raum. Diese Form der Zusammenarbeit hat einen intensiven Austausch zwischen den Disziplinen gefördert und zu zahlreichen interdisziplinär erarbeiteten innovativen Lösungen geführt. Innovative Technologien und Arbeitsabläufe garantieren das Potential für die flexiblen Arbeitsplätze von heute und morgen und treffen den Zeitgeist der heutigen Gesellschaft.

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Ausführungsplan der Aussteifungen aus Stahlträgern
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