• Projektdaten
  • Cité du Temps, Biel
  • Bauherrschaft
    The Swatch Group Ltd.
  • Generalunternehmung
    ARGE Frutiger / Marti AG
  • Baumanagement
    Itten Brechbühl AG
  • Architektur
    Shigeru Ban Architects
  • Planungszeit
    2013
  • Realisierungszeit
    2014-2019
  • Status
    Gebaut

Mit der Cité du Temps haben die Marken Swatch und Omega ein neues und repräsentatives Museumsgebäude in Biel erhalten. Der siebengeschossige Hybridbau besteht aus fünf Obergeschossen, einem Erd- und einem unterirdischen Technikgeschoss. Die Obergeschosse sind in Holzbauweise konzipiert und stehen auf einem gewölbeartigen Sockelgeschoss aus Stahlbeton, das teilweise ausserhalb der Gebäudehülle im kalten Bereich liegt und als öffentlicher Aufenthaltsbereich dient.

Das Entwickeln der Form der Gewölbestruktur startete mit einem architektonischen Entwurf. Dieser sollte die Grundidee des Architekten und Pritzker Preisträgers Shigeru Ban aufzeigen, wonach ein fünfgeschossiger Holzbau auf einem massiven Sockel aus Stahlbeton steht.

Das primäre Tragelement des insgesamt 73 Meter langen und 16 Meter breiten Stahlbetonkörpers bilden 14 Rahmen, welche in Querrichtung spannen. Diese tragen sowohl den Hauptanteil der vertikalen Lasten wie auch die horizontalen Einwirkungen in Querrichtung ab. In Längsrichtung sind jeweils 13 Bögen entlang den Fassadenebenen aneinandergekoppelt. Diese tragen die vertikalen Lasten in Fassadennähe und garantieren die Gebäudestabilität in Längsrichtung.

Die Ausführung der Betonierarbeiten für die Gewölbestruktur erfolgte in 14 Etappen, zwischen der Ausführung der ersten und der letzten Betonieretappe lagen sechseinhalb Monate. Dafür wurden zwei Schalungsspiele für die Regelstruktur und ein weiteres Schalungsspiel für den Bereich über der Plaza aus verleimten Sperrholzblöcken erstellt und mittels mehrachsigen Fräsen millimetergenau ausgeschnitten. Anschliessend wurden die vorfabrizierten Schalungselemente auf die Baustelle geliefert und vom Bauunternehmer zusammenmontiert. Neben der Herstellung der 2-achsig gekrümmten Schalung verlangte auch die Planung, Herstellung und Montage der variabel gekrümmten Bewehrungseisen eine neue Herangehensweise. Eine grosse Herausforderung bestand darin, die dreidimensional konstruierte Stabbewehrung in einer geeigneten Form darzustellen, damit die Eisenleger die umfassenden Informationen vor Ort praktisch umsetzen konnten. Dazu wurden die Schalungsflächen in allen drei Raumachsen in ein regelmässiges Raster im Abstand von 10 cm eingeteilt, sodass jede Schnittebene durch den Volumenkörper räumlich eindeutig definiert war. So konnte anhand von Excel-Tabellen mit den dazugehörenden Bewehrungsprinzipien im Referenzschnitt jede Positionsnummer von der Bewehrungsliste passgenau dem einzubauenden Ort zugeordnet werden. Diese Darstellungsweise war vor allem an jenen Stellen von zentraler Bedeutung, wo sich die Oberflächengeometrie aufgrund der starken Krümmung rasch ändert.

Die Ausführung der Betongewölbestruktur der Cité du Temps hat auf eindrückliche Weise gezeigt, dass sich die Grenzen der gestalterischen und technischen Möglichkeiten selbst in der traditionellen Ortbetonbauweise mit digitalisierter Planung und Innovation weiter verschieben lassen.

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Schematische Darstellung der Gewölbestruktur einschließlich der Fundamente
Schematische Darstellung der Gewölbestruktur einschließlich der Fundamente
Biegemomente und Verformungen durch vertikale Lasten (links), Biegemomente und Verformungen durch horizontale Lasten (rechts)
Biegemomente und Verformungen durch vertikale Lasten (links), Biegemomente und Verformungen durch horizontale Lasten (rechts)
Computermodell der Gewölbestruktur
Computermodell der Gewölbestruktur
Dreidimensionales Bewehrungsmodell
Dreidimensionales Bewehrungsmodell
Bewehrungsprinzip
Bewehrungsprinzip
Swatch_Cité du Temps_01 entrance facade @ Didier Boy de la Tour

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