• Projektdaten
  • Ricola Kräuterzentrum, Laufen
  • Bauherrschaft
    Ricola AG, Laufen
  • Tragwerksplanung
    Schnetzer Puskas Ingenieure
  • Architektur
    Herzog & de Meuron
  • Stampflehmfassade
    Lehm Ton Erde Baukunst, Martin Rauch
  • Planungszeit
    2012-2013
  • Realisierungszeit
    2013-2014
  • Status
    Gebaut

 

Mit dem Bau des Ricola Kräuterzentrums findet seit Mai 2014 die gesamte Kräuterverarbeitung unter einem Dach im Industriegebiet am Rand von Laufen statt. Das Gebäude mit massiver Stampflehmfassade hat eine rechtwinklige Form und wirkt mit seinen 11 m Höhe, 111 m Länge und 30 m Breite wie eine Box. Teile des Gebäudes sind unterkellert und über einen erdüberschüttenden Gang mit der vom Hauptgebäude abgetrennten Anlieferungsstelle verbunden. Diese wurde im Anschluss an die Bauarbeiten auch mit Erde überschüttet.

Der Bau besteht zum Grossteil aus doppelgeschosshohen Räumen. Ausnahmen sind die Büro-, Lager- und Besucherräume in der Gebäudemitte sowie die Kräutertrocknungsanlage, die sich im vorderen Gebäudebereich innerhalb einer mehrgeschossigen Stahlkonstruktion befindet.

Das statische Konzept des Hauptgebäudes besteht aus einer biegesteifen Pfosten- und Riegelkonstruktion aus Stahlbeton mit vorgesetzter, rückverankerter, in vertikaler Richtung selbstragender Stampflehmfassade. 19 Querachsen und 3 Längsachsen liegen auf einem Stützenraster von 6.10 mal 6.10 m. In den Randbereichen des Gebäudes ist die Längsachse in der Gebäudemitte angeordnet. Die mittlere Längsachse teilt sich bei den Büros und den Verarbeitungsstätten in zwei auf, um die Durchführung eines Korridors zu ermöglichen.

Die Fassade aus Stampflehm ist in vertikaler Richtung selbsttragend, musste jedoch zum Abtrag von Horizontalkräften wie Wind und Erdbeben mit der Tragstruktur des Gebäudes verbunden werden. Die Aussteifung des Hauptgebäudes erfolgt alleine durch biegesteif angeschlossene Rahmen. Hierbei werden horizontale Kräfte durch Biegung in den Stützen in den Baugrund abgetragen. Dazu sind biegesteife Anschlüsse zwischen den Stützen und der Bodenplatte erforderlich.

Der Verbindungsgang im Untergeschoss sowie die Anlieferungshalle wurden als Stahlbetonkasten aus Ortbeton ausgeführt. Die Aussteifung der Anlieferungshalle erfolgt über die Wand- und Deckenscheiben. Im Bereich des nicht-unterkellerten Hauptgebäudes werden die relativ hohen, konzentrierten Stützenlasten über Pfähle in den Baugrund übertragen. Zusätzlich musste die Bodenplatte lokal durch einzelne Pfähle zwischen dem Stützenraster unterstützt werden. Die tiefergelegenen Gebäudeteile Keller, Verbindungsgang und Anlieferung konnten aufgrund des tragfähigeren Baugrundes und der geringeren Lasten flachfundiert ausgeführt werden.

Das Projekt erhielt die Auszeichnung “Guter Bauten 2018”, Kanton Basel-Landschaft und Kanton Basel-Stadt.

 

Publikationen


Artikel aus TEC21, 14-01-2015
© espazium.ch

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Rundfenster, Zusammenbau Grundrahmen Wand + Fenster
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