• Projektdaten
  • Claraturm, Basel, 2021
  • Bauherrschaft
    Balintra AG vertreten durch UBS Fund Management (Switzerland) AG (SIMA)
  • Totalunternehmung
    Halter AG
  • Architektur
    Morger + Dettli Architekten
  • Tragwerksplanung
    Schnetzer Puskas Ingenieure
  • Planungszeit
    2010-2018
  • Realisierungszeit
    2018-2021
  • Status
    Im Bau


Das Gebiet um den Messeplatz befindet sich seit den 1920er Jahren in einem dynamischen Entwicklungs- und Verdichtungsprozess. Auslöser dafür ist in erster Linie die Entwicklung der Messe Basel. Mit dem Messeturm und dem neuen Messezentrum hat sich in der Vertikalen und in der Horizontalen ein neuer Massstab etabliert. Diese kontinuierliche Entwicklung wie auch der Verdichtungsaspekt bildeten die Grundlage für die stadträumliche Konzeption von Morger + Dettli (heute Morger Partner) Architekten. Der 96 m hohe Claraturm mit 285 Wohnungen, Gewerbe- und Gastronomieflächen im Erdgeschoss und einen öffentlichen Bereich im obersten Geschoss soll das Quartier für die Bewohner in der Nachbarschaft aufwerten.

Das elegante, 29-geschossige Gebäude verjüngt sich gegen oben, um den Schattenwurf auf die Nachbargebäude möglichst zu verringern. Ab dem 5. Obergeschoss reduziert sich der Grundriss mit Fussabdruck von etwa 48 mal 20 m kontinuierlich auf einer Schmalseite, ab dem 22. Obergeschoss ausserdem auf einer Längsseite, sodass die Grundrissfläche im Dachgeschoss noch etwa 40 mal 16 m beträgt. Durch den Verzicht auf Brüstungen wird dem Bewohner das “Hochhausgefühl” mit dem Blick in die Weite aber auch dem Blick nach unten unmittelbar vermittelt. Eine als Annex ausgebildete fünf- und sechs-geschossige Blockrandbebauung vervollständigt die städtebauliche Setzung in die vorhandene Blockrandstruktur.

Das Tragwerk ist als Skelettbau konzipiert und besteht aus drei unterschiedlichen Tragelementen, welche die vertikalen Lasten via Tiefenfundation bis ins Erdreich abtragen: Punktgestützte Flachdecken, vorgefertigte Fassadenstützen und zwei mit Unterzügen gekoppelte Kerne. Die nichttragenden Bänder verhindern den Brandüberschlag vom einen zum anderen Geschoss. Das Stützenraster ist aus der Wechselwirkung von Deckenanforderungen, statisch erforderlichen Bauteilstärken, Durchstanzen, Verformungen und Stützendurchmesser entwickelt. Die Fassadenstützen stehen über die gesamte Gebäudehöhe genau übereinander. Dort, wo die Grundrisse reduziert werden, sind die Stützen schräg gestellt. Die beiden gekoppelten, integral mit den Haustechnikschächten optimierten Kerne gewährleisten neben dem vertikalen Lastabtrag auch die horizontale Stabilität des Bauwerks gegenüber Wind- und Erdbebeneinwirkungen. Die optimierte Formgebung versinnbildlicht die architektonischen und tragwerkspezifischen Anforderungen: horizontale Aussteifung, vertikaler Lastabtrag, Versteifung gegen Schwingungen und Aufnahme von haustechnischen Installationen.

Durch eine funktionale Kernanordnung bei minimalem Flächenbedarf wird eine effiziente Aufteilung der Erschliessungs- und Nutzflächen erreicht. Die serielle Wiederholung der Deckenstruktur bringt wiederum die hohe Wirtschaftlichkeit des Projektes zum Ausdruck.

Von links nach rechts: 3D-Modellierung der Kerne, Stützen, Decken und Gesamtmodell
Von links nach rechts: 3D-Modellierung der Kerne, Stützen, Decken und Gesamtmodell
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