• Projektdaten
  • Umbau und Erweiterung Transitlager Dreispitz, Münchenstein/Basel, 2016
  • Bauherrschaft
    Balintra AG
  • Tragwerksplanung
    Schnetzer Puskas Ingenieure
  • Architektur
    BIG Bjarke Ingels Group, Kopenhagen /
    Harry Gugger Studio, Basel
  • Totalunternehmer
    Halter AG Gesamtleistungen
  • Planungszeit
    2011-2014
  • Realisierungszeit
    2014-2016
  • Status
    Gebaut

Das Dreispitzareal umfasst rund 50 Hektaren und bildet das Scharnier zwischen der Stadt Basel und Münchenstein. Das einstige Gebiet mit Gewerbebetrieben und Lagerhallen vereinigt heute Gewerbe, Dienstleistungs- und Detailhandelsbetriebe, Kultur, Freizeit und Wohnen. Das Transitlager von 1922 wurde von der Bjarke Ingels Group (BIG) mit Harry Gugger Studio umgebaut und mit einer dreistöckigen, zickzackförmigen, ausladenden Aufstockung erweitert.

In der Machbarkeitsstudie von Schnetzer Puskas Ingenieure wurde das Umbaupotenzial des bestehenden Tragwerks bereits ausgelotet. Einerseits wurde erkannt, dass der flexible, aber weiche Skelettbau gegenüber Erdbebeneinwirkungen zu wenig ausgesteift war und daher mindestens zusätzliche Stahlbetonkerne im bestehenden Stützenraster 9.1 mal 7.5 m unterzubringen waren. Andererseits waren die Stützen für hohe Lasten ausgelegt, wodurch eine lastneutrale Aufstockung von bis zu drei Stockwerken im Rahmen einer Wohnnutzung zugelassen werden konnte. Auch die massiven Decken durften mit grossen Deckendurchbrüchen versehen werden. Der Umbau umfasst neue Büro- und Wohnflächen in den Obergeschossen sowie Restaurationsbetriebe im EG und eine Einstellhalle und Technikräume in den Untergeschossen.

Im Grundriss hatte das bestehende Gebäude die Form eines langgezogenen Rechteckes mit trapezförmigen Randbereichen. Die neue Grundrissfläche der Aufstockung wurde in fünf gleich grosse Flächen unterteilt, die wiederrum gegenüber der Ausgangslage jeweils um ca. 45 Grad verdreht wurden. Mit dieser Massnahme konnte eine mehrseitige Belichtung aller Wohnungen erzeugt werden. Die beiden an den Kopfseiten des Gebäudes befindlichen Flächen wurden nach aussen hin gestreckt, so dass Auskragungen bis zu 11 m Länge entstanden. Das Stützenraster des Bestandes wurde in der Aufstockung übernommen. Das Tragwerk wurde in weiten Teilen als Massivbauweise konzipiert. Als Haupttragelement dienen fünf in Ortbeton ausgeführte Kerne, vorfabrizierte Stahlbetonstützen und Stahlbetonflachdecken. Die umlaufenden Balkone wurden in Leichtbauweise (verkleideter Stahlbau) erstellt und zu einem hohen Grad vorfabriziert.

Eine statische Besonderheit wiesen die kopfseitig angeordneten, grossen Auskragungen auf. Mit Hilfe einer 3-geschossigen Fachwerkkonstruktion an den Gebäudeenden wurden die Lasten der Auskragung “zurückgehängt”, um eine zusätzliche Spannung des Baukörpers zu erreichen. In den Bereichen der Auskragung wurden die Decken zur Minimierung der Lasten als Stahl-Beton-Verbunddecken ausgebildet.
 

Publikationen


Transitlager in Arketipo 126-2019
© Arketipo

copyright_laurianghinitoiu_3
copyright_laurianghinitoiu_4
copyright_laurianghinitoiu_Schnetzer_Puskas (8 of 10)
Längsschnitt durch die umgebaute Transithalle
Längsschnitt durch die umgebaute Transithalle
Grundriss der Aufstockung (4. bis 6. Geschoss)
Grundriss der Aufstockung (4. bis 6. Geschoss)
Grundriss im Bestand (2. OG) mit Deckenausbrüchen (blau), Deckenverschlüssen (grün) und neuen Kernwänden und Stützen (rot), Mst. 1:1000
Grundriss im Bestand (2. OG) mit Deckenausbrüchen (blau), Deckenverschlüssen (grün) und neuen Kernwänden und Stützen (rot), Mst. 1:1000
Vorspannungsplan auskragende Spitze der Aufstockung (4.OG bis 6.OG)
Vorspannungsplan auskragende Spitze der Aufstockung (4.OG bis 6.OG)
copyright_laurianghinitoiu

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren