• Projektdaten
  • Poissy Galore Observatoire, Carrières-sous-Poissy, 2017
  • Bauherrschaft
    Communauté urbaine Grand Paris Seine & Oise, Aubergenville, Frankreich
  • Architektur
    HHF Architekten / AWP
  • Tragwerkskonzept
    Schnetzer Puskas International
  • Tragwerksplanung
    EVP - en vertu des possibles ingéniérie
  • Planungszeit
    2013-2015
  • Realisierungszeit
    2016-2017
  • Status
    Gebaut

Das Projekt befindet sich in einem 113 ha grossen öffentlichen Park entlang der Seine, in Carrières- Sous-Poissy an der Endstation der RER-Metro A, die Paris, La Défense und Poissy verbindet. Der Standort des Projekts ist außergewöhnlich aufgrund seiner Lage an der Seine und seiner „doppelten“ Natur – Land/Wasser, Stadt/Brache, Wildnis/domestizierte Natur. Die Lastkähne, Fischerhütten und Hausbooten, die den Ort bisher geprägt haben, waren eine starke Inspirationsquelle für das Projekt.

Für die öffentlichen Gebäude im Park wurde 2011 ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben, der von HHF Architekten (Basel) und AWP (Paris) gewonnen wurde. Das Programm umfasst ein Besucherzentrum, ein Museum für eine grosse Sammlung von lebenden und konservierten Insekten (Musée des Insectes), ein Restaurant (Guinguette) und ein Aussichtsturm (Observatoire). Die Bauten im Park sollen den Besuchern die Möglichkeit bieten, die Landschaft zu betrachten und neue Naturerlebnisse zu begünstigen.

Der Aussichtsturm — eine 15 m hohe weisse Stahlkonstruktion — besteht aus vier aufeinandergestapelten, hausförmigen Körpern. Je nach Blickwinkel ergibt sich die Illusion, dass einzelne Kuben zu Boden gleiten. Die offene Treppe führt durch die einzelnen “Häusern” auf die oberste Ebene, die einen weitläufigen 360-Grad-Blick auf den Park und die Seine ermöglicht. Die Körper sind als Stahlrahmenbau angedacht und wurden dementsprechend mit HEB200 Trägern biegesteif zusammengeschweisst. Stellenweise wurde eine “Verkeilung” zwischen den gestapelten Körpern installiert, um eine horizontale Plattform zu bilden. Durch das Einfügen von Bindegliedern hebt sich das oberste Haus noch etwas mehr ab und scheint damit in der Landschaft zu schweben. Die im Werk vorgefertigten Körper wurden baukastenartig mittels Schraubanschlüssen gekoppelt und durch die Treppenerschliessung in Längsrichtung stabilisiert. In Querrichtung erfolgt die Stabilisierung mittels ausgekreuzten Zugstangen. Die Fassaden bestehen aus Holzlamellen, deren Anordnung und Abstände eine Transluzenz bewirken und so die Tragwirkung deutlich ablesbar machen. Ferner ist diese Lichtdurchlässigkeit als Analogie zur Verästelung der umgebenden Vegetation zu verstehen.

Das versetzte Stapeln der “Häuser” und der Einsatz des Stahls macht die Aussicht über den Park, und im Speziellen den Weg durch das Tragwerk zum unvergesslichen Erlebnis. Die subtile Spannung zwischen Raffinesse der Struktur und Sparsamkeit der Materialien unterstreicht somit die Kraft der Natur bei der Rückeroberung des Parks.

Das Projekt wurde mit dem Prix Acier 2018 ausgezeichnet.

Film: Michael Husarik, www.markagefilm.ch

Auftraggeber: Stahlbau Zentrum Schweiz www.szs.ch

Dauer: 01:00 Min

 

 

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Ansichten
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Struktur, vertikale Lasten, Drahtmodell der Struktur
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Statik, Biegemomente, Normalkraft unter vertikalen Lasten, Normalkraft unter horizontalen Lasten
Statik, Biegemomente, Normalkraft unter vertikalen Lasten, Normalkraft unter horizontalen Lasten
Axonometrie, 1:50
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