• Projektdaten
  • Novartis Campus - Fabrikstrasse 28, Basel, 2009
  • Bauherrschaft
    Novartis Pharma AG, Basel
  • Architektur
    Tadao Ando & Associates Ltd. Japan
  • Tragwerksplanung
    Schnetzer Puskas Ingenieure
  • Planungszeit
    2004-2005
  • Realisierungszeit
    2006-2009
  • Status
    Gebaut

Das Laborgebäude steht auf dem nördlichsten Grundstück des Novartis Campus, auf einer dreieckigen Parzelle, die im Norden an französisches Territorium grenzt und im Westen von Richard Serras eindrucksvoller Skulptur «Dirk’s Pod» flankiert wird. In diesem besonderen Kontext wurde ein siebengeschossiger, dreieckiger Baukörper konzipiert, der sich als “Parzeller” aus der Form des Grundstücks ableitet. Im tortenstückartigen Baukörper entfaltete die sinnfällige Organisation des Raumprogramms und die Entwicklung eines dazu adäquaten Tragwerks alleine schon von den geometrischen Bedingungen her eine besondere Komplexität.

Das Tragwerk besteht aus vorgespannten Flachdecken, Stützen und einem Kern. Die Stützen liegen auf einem 7.2-Meter-Raster, was eine ansprechende Nutzungsflexibilität für die Laborräume gewährleistet. Anordnung und Formgebung der Kerne, welche die Treppenhäuser, Lifte und Medienschächte inkorporieren, folgen der architektonischen Vorgabe, die den Erhalt eines möglichst grossen Freiraums und die Einhaltung des Stützenrasters anpeilte. Im Entwurfsprozess wurden unterschiedliche Kerntypologien untersucht: einzelne, der äusseren Gebäudeform folgende Kerne, Kerne entlang der drei Fassadenebenen, Doppelkerne, gesplittete Kerne, Kerne ausserhalb eines Rasters und lineare Kerne, die schliesslich ausgeführt wurden. Die Wände des Kerns sowie die Stützen und die sonstigen Wände wurden in der von Tadao Ando bekannten, textilen Sichtbetonqualität erstellt. Die mit einem Zehntel der Gebäudehöhe beachtliche Schlankheit des Kerns führte aufgrund seiner exzentrischen Lage unter Erdbebenbeanspruchung zu einer zugbeanspruchten Tiefenfundation.

Das Streben nach Präzision spitzte sich in der Grundstücksspitze paradigmatisch zu. Die unter 20 Grad spitz angelegte Gebäudeecke – the tip of the building – sollte freischwebend ausgeführt werden. Dies erforderte die Aufhängung der gesamten Gebäudespitze mitsamt den Zwischendecken. Ein massives, sechs Tonnen schweres spickelförmiges Kraftumleitungselement aus Stahl übernimmt die anfallenden Lasten und leitet sie über vorgespannte Dachüberzüge auf die im Raster stehenden Stützen ab. Eine auf den ersten Blick umständliche Führung der Kräfte ermöglicht eine äusserst leichte und transparente Erscheinung, die in diesem Projekt symbolisch für die Zusammenarbeit zwischen Ingenieur und Architekt steht.

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JMP_011_002038
JMP_011_003309
Grundriss der obersten Geschossdecke
Grundriss der obersten Geschossdecke
Isometrie der tragenden Elemente
Isometrie der tragenden Elemente
Hängestruktur des “tip of the building” und Detailzeichnung der stählernen Gebäudespitze
Hängestruktur des “tip of the building” und Detailzeichnung der stählernen Gebäudespitze
Marburg

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