• Projektdaten
  • Elbphilharmonie , Hamburg, 2016
  • Bauherrschaft
    Behörde für Kultur und Medien Hamburg
  • Generalunternehmer
    Hochtief Solutions, Essen
  • Architektur
    ARGE Planung Elbphilharmonie: Herzog & de Meuron Basel Ltd. / Höhler + Partner Planungsgesellschaft, Aachen
  • Tragwerksplanung
    Schnetzer Puskas International AG
    Rohwer Ingenieure VBI GmbH, Handewitt (Jarplund)
  • Planungszeit
    2001-2014
  • Realisierungszeit
    2003-2016
  • Status
    Gebaut

Die Elbphilharmonie ist ein aussergewöhnliches Gebäude im Hafen von Hamburg. Schnetzer Puskas Ingenieure entwickelte eine Tragstruktur, welche die Raumvorstellungen der Architekten sowie die akustischen Vorgaben an die Konzertsäle in Einklang brachte. Der Neubau wurde wie eine Krone auf den bestehenden Kaispeicher aufgesetzt. Aus architektonischen Überlegungen ist der Neubau vom Kaispeicher losgelöst, so dass die beiden Gebäudevolumen optisch voneinander getrennt sind. Im Zwischenraum entstand so eine Aussichtsplattform, die Plaza genannt. Ihr Erscheinungsbild wird durch den Verzicht auf die Fassadenstützen auf dieser Ebene und die teilweise geschwungene Gebäudeuntersicht verstärkt. Der Neubau ist somit ringsum auskragend.

Zentral im Neubau liegt der Konzertsaal. Er erstreckt sich in Querrichtung über die ganze Gebäudebreite und stösst an die Nord- und die Südfassade. Unter dem Konzertsaal befindet sich ein Erschliessungs- und Foyerbereich. Dessen amorphe Raumabfolge entwickelt sich kaskadenartig entlang dem Konzertsaal nach oben. Neben dem Konzertsaal schliesst auf der Ost- und Westseite die Mantelbebauung an. Im Osten befindet sich ein Hotel mit 10 Stockwerken, im Westen ein Wohnbereich mit 16 Geschossen. Überdeckt wird der Neubau durch eine wellige Dachlandschaft.

Das Stützenraster des Neubaus orientiert sich am Raster des Bestandes. Durch den Konzertsaal ergeben sich jedoch Spannweiten, welche die Dimensionen des Rasters bei weitem sprengen. Der grosse Saal ist daher als statisch eigenständiger Baukörper konzipiert, der nur an wenigen Lastpunkten gestützt werden muss. Die Abstützung erfolgt über Stahleinbauteile, welche die Kräfte vom Wandring, dem Haupttragelement des Saals, einsammeln und auf Stützen leiten. Dadurch ist es möglich, die Erschliessung praktisch stützenfrei unter dem Saal durchzuführen und entlang des Saalkörpers hochzuschrauben. Diese Betonschale bzw. diesen Wandring besteht aus einem Boden sowie innenliegenden Rippen. Die Rippen verlaufen orthogonal zu den Längsfassaden gegen die Saalmitte. Der trapezförmige Gebäudegrundriss führt zu einer Nahtstelle in Saalmitte. Dort werden sie – ähnlich wie im Schiffsbau – mit einem Kiel gefasst. Die Rippen sind teilweise direkt gelagert. In den meisten Fällen hängen sie jedoch an dem 6 bis 10 m hohen Wandring.

Der grosse Saal ist mit einem Box-in-Box System akustisch abgekoppelt. Die innere Box ist eine räumliche Stahlkonstruktion. Diese ist mit 342 Federpaketen auf den Rippen gelagert. Eine Stahlbetonkonstruktion bildet die äussere Box.

Das Saaldach liegt auf dem Wandring auf. Es besteht aus einer räumlichen Stahlfachwerkkonstruktion, die im Verbund mit einer darüber gezogenen Betonschale wirkt und gleichzeitig den Deckel des äusseren Topfes bildet. Das Tragsystem des Saaldaches lässt sich mit einem Speichenrad vergleichen. Die annäherungsweise radial angerordneten Stahlfachwerke (Speichen) werden durch ein Zugband (Felge) zusammengehalten. Als Zugband dient die Krempe des Hutes. Neben den radialen Zugkräften sind infolge des eierförmigen Saalgrundrisses auch grosse Biegebeanspruchungen abzutragen. Die Verbundkonstruktion des Saaldaches überspannt so eine Saalfläche von 51 Metern in Querrichtung und 55 Metern in Längsrichtung. Das zu tragende Gesamtgewicht beträgt ca. 2ʼ000 Tonnen.

Die Elbphilharmonie wurde mit dem Building Award 2017 ausgezeichnet.

 

Publikationen


Die Baustelle aus werk, bauen + wohnen_06_17
© werk, bauen + wohnen 6-2017

Schweben als Kraftakt aus werk, bauen + wohnen_06_17
© werk, bauen + wohnen 6-2017

Bau der Stahlkonstruktion der Innenschale des grossen Saals
Bau der Stahlkonstruktion der Innenschale des grossen Saals
Aussenschale des grossen Saals mit Stahlkonstruktion der Innenschale
Aussenschale des grossen Saals mit Stahlkonstruktion der Innenschale
Bau der Stahlkonstruktion der Innenschale des grossen Saals
Stahlkonstruktion der Innenschale des grossen Saals
Stahlkonstruktion des Saaldachs
Stahlkonstruktion des Saaldachs
Stahlkonstruktion des Saaldachs
Bau der Stahlkonstruktion der Innenschale des grossen Saals
Bau der Stahlkonstruktion der Innenschale des grossen Saals
Aussenschale des grossen Saals mit Stahlkonstruktion der Innenschale
Aussenschale des grossen Saals mit Stahlkonstruktion der Innenschale
Bau der Stahlkonstruktion der Innenschale des grossen Saals
Stahlkonstruktion der Innenschale des grossen Saals
Stahlkonstruktion des Saaldachs
Stahlkonstruktion des Saaldachs
Stahlkonstruktion des Saaldachs
Luftaufnahme der Baustelle.
Luftaufnahme der Baustelle.
Das Speichergebäude trägt optisch und statisch den wellenartig-kristallinen Aufsatz.
Das Speichergebäude trägt optisch und statisch den wellenartig-kristallinen Aufsatz.
Das “Tube” genannte Rolltreppenpaar trägt die Besucher in hohem Bogen hinauf.
Das “Tube” genannte Rolltreppenpaar trägt die Besucher in hohem Bogen hinauf.
Der Grosse Saal
Der Grosse Saal
Das Hutförmige Saaldach
Das Hutförmige Saaldach
3D Modell
3D Modell
Die innere, akustisch getrennte Schale des Saals, beruht auf einem Stahlfachwerk, das auch die Zuschauertribünen trägt.
Die innere, akustisch getrennte Schale des Saals, beruht auf einem Stahlfachwerk, das auch die Zuschauertribünen trägt.
Der Saaldach trägt auch den inneren Saaldeckel, den grossen Schallreflektor, Teile des Foyers, sowie 8000 Tonnen Gebäudetechnik.
Der Saaldach trägt auch den inneren Saaldeckel, den grossen Schallreflektor, Teile des Foyers, sowie 8000 Tonnen Gebäudetechnik.
Stahlkonstruktion der Innenschale des Saals - Federelemente auf den Rippen
Stahlkonstruktion der Innenschale des Saals - Hauptfachwerke auf den Rippen
Stahlkonstruktion der Innenschale des Saals - Sekundärkonstruktion der Ränge zwischen den Rippen
Stahlstruktur des Saaldaches
Klammern und Federelemente für die Decke
Stahlkonstruktion der Decke
Stahlkonstruktion der Innenschale des Saals - Federelemente auf den Rippen
Stahlkonstruktion der Innenschale des Saals - Hauptfachwerke auf den Rippen
Stahlkonstruktion der Innenschale des Saals - Sekundärkonstruktion der Ränge zwischen den Rippen
Stahlstruktur des Saaldaches
Klammern und Federelemente für die Decke
Stahlkonstruktion der Decke
Ansicht der Glasfassade mit den runden Scheiben, die das Dach bedecken.
Ansicht der Glasfassade mit den runden Scheiben, die das Dach bedecken.

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